{"id":4388,"date":"2011-12-10T18:06:52","date_gmt":"2011-12-10T16:06:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.randform.org\/blog\/?p=4388"},"modified":"2012-08-20T14:24:06","modified_gmt":"2012-08-20T12:24:06","slug":"comment-to-gema-vs-youtube-on-spreeblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.randform.org\/blog\/?p=4388","title":{"rendered":"comment to gema-vs-youtube on Spreeblick"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.randform.org\/blog\/wp-content\/2011\/12\/tontra\u0308gerIMG_4150-450.jpg\"><img src=\"http:\/\/www.randform.org\/blog\/wp-content\/2011\/12\/tontra\u0308gerIMG_4150-450.jpg\" alt=\"\" title=\"tontra\u0308gerIMG_4150-450\" width=\"450\" height=\"300\" class=\"alignnone size-full wp-image-4401\" srcset=\"https:\/\/www.randform.org\/blog\/wp-content\/2011\/12\/tontra\u0308gerIMG_4150-450.jpg 450w, https:\/\/www.randform.org\/blog\/wp-content\/2011\/12\/tontra\u0308gerIMG_4150-450-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><br \/>\n<span style=\"font-size:80%\";>Tontr\u00e4gerindustrie auf dem Ladentisch<\/span><\/p>\n<p>I left a long <a href=\"http:\/\/www.spreeblick.com\/2011\/06\/21\/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen\/comment-page-3\/#comment-797115\"> comment<\/a> at the Berlin city blog Spreeblick which discusses the role of commercial social media, their democracy and the <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gesellschaft_f%C3%BCr_musikalische_Auff%C3%BChrungs-_und_mechanische_Vervielf%C3%A4ltigungsrechte\">Gema<\/a> (the german perfomance rights organization). The comment is in german and you can read it also after the click.<\/p>\n<p><span style=\"color:#ff3399\";>Addition on 20.08.2012: A part of this comment which deals with social media and democracy can be found translated in the <a href=\"http:\/\/www.randform.org\/blog\/?p=4404\">randform post &#8220;translation.&#8221; <\/a><\/span><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n<\/br><\/p>\n<p>Die Beispielrechnung \u00fcber die m\u00f6glichen Einnahmen von youtube versus das was als K\u00fcnstlerbeteilung eventuell angeboten wird, bzw. das was in den UK schon Realit\u00e4t ist, ist sehr interessant. Selbst wenn, wie einige Leser hier im Forum meinten der TKP nicht bei 20 Euro sondern eher bei 5 Euro liegt (also die m\u00f6glichen youtubeeinnahmen mal 1\/4 multipliziert werden) w\u00fcrden die youtubeeinnahmen immerhin noch einen Faktor 5*0.25:0.19=6.58 gr\u00f6\u00dfer als die Abgaben sein, d.h. youtube w\u00fcrde immer noch 7mal soviel verdienen wie ein Contentprovider. Ich finde die Rechnung tats\u00e4chlich recht aufschlussreich, aber die Tatsache, dass man eigentlich nach wie vor nicht genau weiss was die tats\u00e4chlichen Zahlen sind und was da passiert ist ein Kernpunkt zu der ganzen Thematik. Was ich damit meine m\u00f6chte ich noch etwas genauer erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich, denke ich, sollte man sich im kommerziellen Bereich von Social Media die Frage nach Transparenz und demokratischer Enflussnahme stellen. Dh. in gewisser vereinfachender Weise sind so manche grosse Konzerne mittlerweile so etwas wie &#8220;Ministaaten&#8221;, vorallem wenn sie \u00fcber eine starke Kundenbindung verf\u00fcgen und regelm\u00e4ssige Kunden&#8221;zahlungen&#8221; erhalten. Die Kunden dieser Konzerne kann man in dieser vereinfachten Sichtweise durchaus als &#8220;Einwohner&#8221; betrachten, die geleistete &#8220;Zahlungen&#8221; in Form von &#8220;Content&#8221;, in Form von &#8220;Bereitschaft zur Wahrnehmung von Werbung&#8221; oder in Form von tats\u00e4chlichen Geldzahlungen f\u00fcr Serviceleistungen w\u00e4ren dementsprechen &#8220;Steuereinnahmen&#8221;. Nat\u00fcrlich ist die soziale Bindung an einen tats\u00e4chlichen Staat viel gr\u00f6\u00dfer, als beispielsweise in einem kommerziellen Social Network, andererseits ist die (soziale) Bindung eines sehr aktiven Netzwerkmitglieds doch schon sehr stark und oft sehr viel st\u00e4rker als die \u00fcbliche Bindung an ein &#8220;Brand&#8221;. Dementsprechend sollte sich in diesen Bereichen daher auch die Frage nach demokratischer Einflussnahme und Transparenz vermehrt, stellen. Ich finde es verwunderlich, dass hier\u00fcber nicht st\u00e4rker diskutiert wird.  D.h. insbesondere finde ich es verwunderlich,  dass Googles Geheimhaltungspolitik und Googles eingeschr\u00e4nkte Beteiligungsm\u00f6glichkeiten von Youtubeteilnehmern an Gesch\u00e4ftsentscheidungen in weiten gesellschaftlichen Bereichen als v\u00f6llig akzeptabel gelten, w\u00e4hrenddessen eine \u00e4hnliche Politik in tats\u00e4chlichen Staaten wahrscheinlich schon als &#8220;undemokratisch&#8221; angeprangert werden w\u00fcrde. Aber vielleicht habe ich hier ja auch ein falsches Bild. Also nochmal kurz: ein Social Network ist kein Staat insbesondere &#8220;muss&#8221; man nicht Mitglied eines Social Networks wie Youtube werden, allerdings haben die wirtschaftlichen Konsequenzen einer Nichtvernetzung in Social Networks mittlerweile soziale Folgen, die durchaus einer &#8220;Staatenlosigkeit&#8221; in gewisserweise n\u00e4her kommen und dieses gilt es zu bedenken. Ich m\u00f6chte auch nochmal betonen, dass Google mit Youtube hier in diesem Kommentar nur ein Beispiel ist, was ich genommen habe, da es in diesem Kommentar um die Verwertungsrechte von YoutubeKunden geht, d.h. ich spreche hier in diesem Abschnitt von kommerziellem Social Media Firmen im allgemeinen. Insbesondere sollte man auch fairerweise erw\u00e4hnen, dass Google sich immerhin zumindest um eine Kl\u00e4rung von Verwertungsrechten bem\u00fcht (das scheint, wenn ich  <a href=\"http:\/\/www.hanhandigest.com\/?p=346\">diesen Beitrag hier<\/a> richtig verstehe nicht unbedingt als selbstverst\u00e4ndlich zu gelten).  <\/p>\n<p>Das Demokratieproblem im Bereich Social Media w\u00e4re auch l\u00e4ngst nicht so problematisch, wenn es gen\u00fcgend Alternativen g\u00e4be, d.h. wenn es zb Firmen oder &#8220;SocialMediaGenossenschaften&#8221; g\u00e4be, die ihre &#8220;Kunden&#8221; als zb vollst\u00e4ndig demokratisch partizipierende Mitglieder behandeln. In dem Fall k\u00f6nnte man n\u00e4mlich einfach zu einem solchen Anbieter wechseln und bei den Diskussionen zu Verwertungen ggfs. mitdiskutieren und mitgestalten.<\/p>\n<p>Aber nun zum anderen Teil der beiden Verhandlungspartner &#8211; der Gema. Fehlende Alternativen zur Gema und die Ver\u00e4rgerung der Beteiligten \u00fcber die Gema sind zwar auch problematisch, aber hier scheint der Fall jedoch etwas anders gelagert zu sein. Bei der Gema handelt es sich um einen Verein, dh hier ist eine demokratische Willensbildung prinzipiell zumindest strukturell vorgesehen. Die Geheimhaltungsverpflichtung f\u00fcr die youtubeverhandlungen scheinen daher, so wie ich es verstanden habe an Google zu liegen ?<\/p>\n<p>Auch wenn die Gema als der demokratischere Teil (was die Musiker betrifft) der beiden Verhandlungspartner erscheint glaube ich ist trotzdem nicht jeder unbedingt mit der Transparenz und demokratischen Willensbildung der Gema zufrieden. Gelinde gesagt ist es allerdings auch nicht zu verwunderlich, dass eine \u00fcber hundert Jahre alte, von einem Walzerk\u00f6nig mitgegr\u00fcndete Organisation ohne Konkurrenz etwas &#8211; sagen wir mal milde &#8211; schwerf\u00e4llig ist. Die Frage ist was man daraus macht.<\/p>\n<p>In dem Kommentar von <a href=\"http:\/\/www.spreeblick.com\/2011\/06\/21\/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen\/#comment-789349;\">trinity<\/a> wurde auf ein Interview mit dem Juristen Volker Tripp <a href=\"http:\/\/breitband.dradio.de\/musiker-proben-den-aufstand-wie-sieht-eine-alternative-zur-gema-aus\/;\">im Deutschlandradio<\/a> verwiesen. In dem Interview meint Volker Tripp, wenn ich es richtig verstanden habe, dass die juristischen und finanziellen Aufgaben, die bei einer Gr\u00fcndung einer Verwertungsgesellschaft entstehen, immens seien. Das kann ich leider gut nachvollziehen.<\/p>\n<p>So sollte man vielleicht in einer Diskussion \u00fcber Verwertungsrechte von Musikern und die Gema vorallem vielleicht erstmal die Hauptprobleme der Gema herauskristallisieren. Stehen die fest, dann k\u00f6nnte man eventuell \u00fcber Massnahmen wie Gema-Mitgliederflashmobs etc. nachdenken. Ich sollte vielleicht auch sagen, dass in meiner Familie ein (noch) Gemamitglied vorhanden ist.<\/p>\n<p>Ich fang mal an zwei Hauptdefizite, die mir so auf die Schnelle besonders auffallen zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Ein grosses Problem, welches schon in dem Deutschlandradiobeitrag erw\u00e4hnt worden ist, ist das Problem, dass die Verwertungsrechte eines K\u00fcnstlers beim Eintritt an die Gema \u00fcbertragen werden m\u00fcssen. Insbesondere k\u00f6nnen so St\u00fccke zum Beispiel eigentlich nicht umsonst angeboten werden. Eventuell k\u00f6nnte man \u00fcberlegen die Verwertungsrechte auf WerksKontingente oder sogar \u00fcber einzelne St\u00fccke zu \u00fcbertragen statt auf einen K\u00fcnstler.  So k\u00f6nnten K\u00fcnstler selbst entscheiden, welche St\u00fccke sie bzw. wann sie, sie der Gema \u00fcbertragen wollen. Und die Gema h\u00e4tte ein bisschen mehr Druck eine M\u00f6glichst gute Verwertung f\u00fcr die K\u00fcnstler rauszuholen. <\/p>\n<p>Ein zweites grosses Problem ist die plumpe Ermittlung der Verteilungszahlen. Ein Beispiel: w\u00e4hrend im <a href=\"https:\/\/www.gema.de\/musikurheber\/mitgliederbereich\/finanzen-abrechnungen\/abrechnungen\/der-aktuelle-verteilungsplan.html\">aktuellen Verteilungsplan<\/a> (Vorsicht ca. 75 teilweise recht unleserliche Seiten!) auf der <a href=\"http:\/\/www.gema.de\/musikurheber\/mitgliederbereich\/finanzen-abrechnungen\/abrechnungen.html;\">Gemaseite<\/a> in den Ausf\u00fchrungsbestimmungen zum Verteilungsplan der GEMA f\u00fcr das Auff\u00fchrungs- und Senderecht V.2.3a immerhin 13 Sendeanstalten erw\u00e4hnt werden findet sich in IV1 \u00a72 (Verteilung von Ertr\u00e4gen aus dem Nutzungsbereich Online) \u00fcberhaupt keine Liste von einzelnen Onlinediensten. Genaugenommen hat man den Eindruck, dass hier (noch?) nicht viel differenziert wird. Aber ein grosser Teil der Unzufriedenheit mit der Gema r\u00fchrt genau daher, dass die Verteilung zu undifferenziert ist. Ein Beispiel: Wenn ein Independentsender, dessen St\u00fccke nicht einzeln bei der Gema aufgelistet werden eine Independentband in heavy rotation spielt, dann schl\u00e4gt sich das \u00fcberhaupt nicht in den Gemaauszahlungen nieder (so habe ich das jedenfalls verstanden ?). Dabei sind die heutigen technischen M\u00f6glichkeiten doch soweit, dass man das alles eigentlich sehr, sehr viel besser erfassen kann als noch vor zehn Jahren (geschweige denn vor hundert Jahren). Da die Gema doch einen nicht gerade unerheblichen Teil an Geb\u00fchren f\u00fcr sich selbst nimmt (Ich glaube jede kleiner Berliner Internetstart-up h\u00e4tte damit schon sonstwas auf die Beine gestellt) fragt man sich doch warum die technische Infrastruktur so reduziert ist. Warum kann die Gema z.B. nicht ein einfaches Abrechnungsinterface f\u00fcr Onlineshops anbieten? Oder ist derartiges geplant? Ich kann mir vorstellen, dass gerade kleine Labels oder Independent Einzelk\u00fcnstler so zb \u00fcber onlinevertrieb zumindest eine Chance auf etwas Einkommen haben und den gegebenenfalls problematischeren SocialMediafirmen so auch aus dem Weg gehen k\u00f6nnen. Ich kann mir auch vorstellen, dass so manche ein K\u00e4ufer eher bei einer transparenten &#8220;Musikanbietgenossenschaft&#8221; :) (oder \u00e4hnlichem) mit einer angemessenen K\u00fcnstlerbeteiligung kaufen w\u00fcrde, als bei einem haupts\u00e4chlich profitorientiertem Unternehmen. Letztendlich h\u00e4ngt eventuell auch das \u00dcberleben der Gema davon ab, wie flexibel sie mit den neuen Vertriebskan\u00e4len umgehen kann. Ich kann mir vorstellen, dass f\u00fcr einige n\u00e4mlich irgendwann die Selbstorganisation von Konzerten, Merchandising und der Eigenvertrieb im Online shop unter Umst\u00e4nden lukrativer ohne Gema sein k\u00f6nnte und dann kommt das ganz sch\u00f6n darauf an, wieviele das sind. Was w\u00fcrde eigentlich passieren, wenn Google zb pl\u00f6tzlich massive Aussch\u00fcttungen auf einzelne Musikstreamingangebote anbieten w\u00fcrde&#8230;.im Austausch f\u00fcr Alleinverwertungsrechte? :O<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tontr\u00e4gerindustrie auf dem Ladentisch I left a long comment at the Berlin city blog Spreeblick which discusses the role of commercial social media, their democracy and the Gema (the german perfomance rights organization). The comment is in german and you can read it also after the click. 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